Job Disruption · Kapitel 3
Disruption in der Praxis
Zeitungen beschreiben in zahllosen Artikeln ein Schreckensszenario, nach dem in 20 Jahren die Hälfte der Deutschen ihren Job verlieren könnten. Doch auf der anderen Seite gibt es auch genügend Artikel, die behaupten: Ja, durch die Digitalisierung wird der eine oder andere Job nicht mehr benötigt, doch die Auswirkungen sind bei weitem nicht so schlimm, wie einige Forscher behaupten. Wer recht hat, ist nicht einfach zu beantworten, da in vielen Fällen Hypothesen aufgestellt werden, die weder von der einen noch von der anderen Seite bewiesen werden können. Niemand weiß genau, wie sich die Zukunft entwickeln wird.
Eine Sache, die deutlich besser vorherzusagen ist, ist der demografische Wandel. In Deutschland lag im Jahr 2017 das Durchschnittsalter bei 45,9 Jahren. Glaubt man den Zahlen des IAB-Forschungsberichts 2016, könnte sich die Anzahl der erwerbstätigen Menschen im Worst-Case-Szenario von den heute mehr als 45 Millionen auf 36 Millionen im Jahr 2060 reduzieren. Dies entspräche einer Reduzierung um 20 % in den nächsten 40 Jahren. Würde die Produktivität eines Landes wie Deutschland in den nächsten Jahren sinken, wären dies katastrophale Zukunftsaussichten. Deshalb ist es für die Wirtschaft von zentraler Bedeutung, neue Technologien zu entwickeln, die trotz des demografischen Wandels eine höhere Produktivität erzeugen. Was jedoch die Vergangenheit gezeigt hat: Der Einsatz von digitalen Systemen führt in vielen Fällen dazu, dass es viele Verlierer und nur wenige Gewinner gibt. In diesem Kapitel wird aufgezeigt, welche Veränderungen in verschiedenen Branchen zu erwarten sind.